Fahrradklingeln

Fahrradklingeln ein muss am Fahrrad

Sie dienen als Signalgerät dazu, sich als Radfahrer im Straßenverkehr akustisch durch Schallzeichen bemerkbar zu machen oder vor einer Gefahr zu warnen, entsprechend der Hupe von Kraftfahrzeugen. Die meisten Modelle sind helltönende Metallglocken und erzeugen ihren Ton mit Hilfe eines äußeren Schlägels oder eines inneren Zahnrad-Mechanismus.

In Deutschland ist die Fahrradklingel durch § 64a Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) vorgeschrieben: Fahrräder helltönenden Glocke ausgerüstet sein. Andere Einrichtungen für Schallzeichen dürfen an diesen Fahrzeugen nicht angebracht sein. An Fahrrädern sind auch Radlaufglocken nicht zulässig.

Hörbarkeit

Die alte Norm Glocken für Fahrräder und Fahrräder mit Hilfsmotor DIN ISO 7636:1986-02 wurde durch die DIN 33946:2010-09 ersetzt.[1] Sie schreibt mindestens 85 dB Schalldruck in 2 Metern Abstand vor.[2] Nicht jede Fahrradglocke genügt dieser Forderung.[3] Ein weiteres Problem stellt die übliche Klangcharakteristik der Glocken dar. Die Forderung nach einer hell klingenden Glocke wird meist dahingehend interpretiert, dass hell mit hochfrequent gleichgesetzt wird. Solche Glocken lassen sich zwar sehr klein und leicht herstellen, jedoch leiden immer mehr Menschen an einer Alters- oder Lärmschwerhörigkeit, sodass sie sehr hohe Frequenzen schlecht hören. Zweitonglocken – sowohl als Klöppelvariante als auch mehrfach anschlagende Versionen bieten ein besser wahrnehmbares niederfrequenteres Klangspektrum.

Anders als im Zusammenhang mit Fahrradglocken üblich lässt “hell” sich jedoch auch als Gegenteil von “dumpf” interpretieren.[4] Es ergäbe sich also die Forderung nach einem Klang mit stark ausgeprägten Obertönen, ganz ohne Festlegung eines Frequenzbereichs. Glocken mit derartigen Eigenschaften heben sich durch die Obertöne vom Verkehrslärm ab, bieten aber – bei ausreichender Baugröße – auch niederfrequente Anteile.

Um auch in geschlossenen Kraftfahrzeugen wahrgenommen zu werden, sollte die Glocke jedoch noch wesentlich lauter sein. Das Innenraumgeräusch moderner PKW erreicht bei 50 km/h Werte bis 65 dB(A)[5] Wenn dann noch das Radio läuft, sind Werte zwischen 70 und 75 dB(A) üblich. Selbst bei geöffneten Fenstern ist die sichere Wahrnehmung einer Fahrradglocke dann nur in unmittelbarer Nähe gegeben. Bei geschlossenen Scheiben werden Außengeräusche – wie z. B. das Signal der Fahrradglocke – um ca. 15 dB gedämpft. Um dann noch wahrgenommen zu werden, müsste eine Fahrradglocke ca. 100 bis 105 dB(A) erzeugen.

Einzelnes Ergebnis wird angezeigt